Verbandeln
Fugenvermörtelung von Bruchsteinmauerwerk: Das gewollt steinsichtig ausgeführte, unregelmäßige, lagerhafte oder quaderhafte Bruchsteinmauerwerk des 11./12. und 13.Jahrhunderts zeichnet sich meist durch besondere Verarbeitung des Fugenmörtels aus. Der aus den Stoß- und Lagerfugen herausquellende Setzmörtel wurde nicht mit der Kelle abgezogen, sondern angedrückt, um ihn gegen die Stirnflächen der Steine auslaufen zu lassen. Eine andere Form der Vermörtelung ist die glatte Verfugung von Quader- und Bruchsteinmauerwerk mit der aus Italien kommenden Bezeichnung "Pietra rasa", in Bayern auch als "Verschweißung" oder "Verbandeln" bezeichnet (Literatur: "Ausschweißung"). In diese Mörtelausfüllung der Fugen wurde mit einer Zungenkelle ein Fugennetz hineingezogen, das ein präzises Quadermauerwerk imitieren sollte. Stilbildend wirkt dabei der an der Oberkante eingetiefte Kellenstrich. Durch das Licht von oben stellt sich der illusionistische Eindruck einer wirklichen Fuge ein. Kann auch rot oder weiß nachgezogen sein.