Zwinger
Als Zwinger wird bei mittelalterlichen Städten und Burgen das Gelände zwischen der Ringmauer und einer zusätzlichen, vorgeschobenen Mauer (Zwingermauer) bezeichnet. Die meisten Zwingeranlagen wurden älteren, einfachen Ringmauern nachträglich vorgelegt, und in vielen Fällen später mit Scheunen, Ställen und Lagerhäusern bebaut, als ihre Wehrfunktion entbehrlich wurde. Besonders in der Hussitenzeit (um 1420/30) entstanden eindrucksvolle Beispiele, die meist im Hinblick auf den Einsatz früher Feuerwaffen geplant wurden. Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen war die Nutzung des Zwingers als Turnierplatz gänzlich unüblich. Seit dem 15. Jahrhundert kann mit einem Zwinger auch ein umzäunter Auslauf für Hunde oder wilde Tiere gemeint sein.