29.10.15 00:00 Alter: 1  Jahre

Über neue Brücke zur Burg Wildenstein

Von: Artikel im Main-Echo vom 29.10.2015

Richtfest: Altes Bauwerk nach 18 Jahren marode - Keine Kosten für Material und Arbeitsleistung

Et­li­che Burg­f­reun­de wa­ren am Sams­tag auf die Burg Wil­den­stein ge­kom­men, um die neue Brü­cke zur An­la­ge mit ei­nem Richt­fest zu fei­ern und sie of­fi­zi­ell in Be­trieb zu neh­men. Die al­te war nach 18 Jah­ren ma­ro­de und muss­te ab­ge­tra­gen wer­den. Kos­ten­vor­an­schlä­ge be­lie­fen sich auf bis zu 20 000 Eu­ro.

(c) Martin Roos

Foto: Martin Roos

Ein Zuschuss des Förderprogramms Leader in Eler wäre nur unter der Auflage geflossen, wenn die Burg touristisch »ertüchtigt« worden wäre. Das hätte bedeutet, dass Hinweistafeln hätten aufgestellt werden müssen. Da der Kosten- und Zeitaufwand für die Hinweisschilder die Höhe des Zuschusses nicht abgedeckt hätte, wurde auf den Zuschussantrag verzichtet.

Holz aus gräflichem Forst

Das Holz wurde im gräflichen Forst geschlagen und im Sägewerk bearbeitet. Für Material und Arbeitsleistung fielen keine Kosten an. Selbst die Wildsau, die sich am Samstag am Spieß drehte, war gestiftet worden. Zum Lakefleischessen am 21. November können die Besucher nun über die neue Brücke in den Burghof gelangen.

Die Burg Wildenstein ist die einzige Burganlage mitten im Mainviereck und zugleich eines der größten und interessantesten Zeugnisse des Mittelalters im Spessart. Erst kürzlich wurde festgestellt, dass die aufwendig hergestellten, bis zu 300 Kilogramm schweren Buckelquader, die Hauptbestandteil der Burgmauer sind, eine Veränderung im Handwerk aufzeigen. Während ursprünglich eine Hebevorrichtung für schwere Steine, auch »Wolf« genannt, mit einer schwalbenschwanzähnlichen Vertiefung im Stein an Ort und Stelle eingesetzt wurde, wurden später die Quader mit der Steinzange bearbeitet.

Auf Burg Wildenstein findet man beide Arten. So freut es die Burgfreunde umso mehr, dass einer der Quader im Deutschen Burgenmuseum ausgestellt werden soll.