27.05.08 14:15 Alter: 12  Jahre

Rittersleute, Waffenknechte und Spielvolk

Von: Martin Roos - Artikel im Main-Echo vom 27.05.08

Burgfreunde Wildenstein: Besucheransturm beim vierten Burgfest - Erlös wird für Turmsanierung verwendet

(c) Main-Echo Obernburg

Milde Gabe: Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (rechts) überreicht Frank Kind eine Truhe mit 16250 Euro. Martin Roos

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Anprobe im Burgkeller: Tamara (links) und Cecilia aus Karlstein lassen sich in der Waffenkammer von Ritter Alf von Schönstein Helme aufs Haupt setzen. Martin Roos

Eschau-Wildenstein Hochbetrieb herrschte am Wochenende in den historischen Gemäuern der Burg Wildenstein. Die Burgfreunde hatten zum vierten Burgfest eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein kamen am Samstag und Sonntag hunderte Besucher aus nah und fern, um sich von Rittersleuten, Waffenknechten, Burgfräuleins und Spielleuten ins Mittelalter versetzen zu lassen.
Zwischen klirrenden Schwertern, sanften Flötentönen und dem Duft von gegrilltem Fleisch auf offenem Feuer unterhielten Pampatut, die Spielleute, die Besucher mit mittelalterlichen meist schlüpfrigen Liedern. Bereits am Freitag konnten Interessierte Bilder von früheren Festen und Arbeitseinsätzen auf Großleinwand anschauen.

Am Samstag zogen Waffenknechte und Burgfräuleins vom Rathausplatz in Eschau zu Fuß und mit Pferden zur Burg. Viele Besucher nahmen das Angebot wahr, den Turm zu besteigen. Mittelalterliche Waffen von der Steinaxt über den Morgenstern bis zum Langbogen gab es in der Waffenkammer im Burgkeller zu bestaunen. Die Kinder erfreuten sich beim Kastanien-Zertrümmerspiel. Die Böllerschützen und die Jagdhornbläser waren abwechselnd zu hören.

Hommage an Hans Sachs Ein Höhepunkt im Programm waren die Aufführungen der Kolpingbühne Sommerau. Im Burghof spielte sie das Stück "Die Kupplerin und der Domherr" des mittelalterlichen Schriftstellers Hans Sachs. Das Stück erzählte die Geschichte einer verarmten Frau, die beschloss, jemanden zu verkuppeln, um wieder an Geld zu kommen. Weil der erwählte Domherr zum Bischof gerufen wurde und deshalb keine Zeit hatte, musste ein junger Ehemann als Ersatz herhalten. Es spielten Michael und Martina Monjau, Brigitte Gebert, Johannes Kempf und Uschi Durschang. Die Regie führten Eugen und Maria Rück und Kerstin Pokorny.

Der Festerlös fließt in die 70 000 Euro teure Renovierung des Turms. Burgfreunde-Vorsitzender Frank Kind hofft, dass das Amt für Denkmalschutz der noch fehlenden Holztreppe zustimmen wird.

Martin Roos